klangstaetten | stadtklaenge: Konsumverein
Aegidien Kirchhof

Umfasst von Kirche und Klosterbauten St. Aegidiens sowie dem 1902 hierher versetzten Paulinerchor verdichtet sich im Hof des Museums Braunschweigische Stadt- und Landesgeschichte: 1115 wird die Benedktiner-Klosterkirche von der brunonischen Gräfin Gertrud gestiftet, neugebaut ab 1278. Es folgen Reformation, Aufhebung des Klosters 1529, Pfarrkirche und 1718 Garnisonskirche, Profanisierung, Nutzung u.a. als Salzspeicher und Militärdepot, ab 1902 als „Vaterländisches Museum“ und nach 1945 als katholische Propsteikirche. Von den Klosterräumlichkeiten sind noch die Kirche, zwei Flügel des romanischen Kreuzganges sowie drei angrenzende Räume vorhanden.

Die Klosterbauten wurden 1833 Gefängnis und ab 1900 Ausstellungsräume – der Hof, heute Aufenthalts- und Museumsort zugleich, erinnert also an Begräbnisse aus klösterlicher Zeit, Hinrichtungen aus der Gefängniszeit und die museale Nutzung als Lapidarium. Durch die Klanginstallation von Natalie Bewernitz und Marek Goldowski verschmelzen die Zeiten, Gegenwart und Vergangenheit spiegeln sich ineinander.

Wir danken dem Braunschweigischen Landesmuseum für diese Kooperation.

Natalie Bewernitz und Marek Goldowski arbeiten seit 2000 als Künstlerduo zusammen. Sie transformieren in ihren Arbeiten ortsspezifische Klangcharakteristika in raumgreifende audiovisuelle Installationen. Mit diesen erweitern sie die Erfahrbarkeit elektroakustischer Kompositionen in den visuellen Bereich. Das in Köln lebende Künstlerduo zeigt durch seine breit aufgestellten künstlerischen Verfahren zwischen Installation, Klangperformance und Audioproduktion ein großes Spektrum künstlerischer Arbeiten mit auditiven und visuellen Medien. Hierfür wurde es vielfach ausgezeichnet und gefördert u.a. waren Bewernitz und Goldowski beim sechsmonatigen 'Artists in Residence'-Programm bei Location One, New York und ebenso bei Braunschweig PROJECTS Klangkunst.

Arbeiten wurden gezeigt und realisiert u.a. bei Globale: inSonic 2015, ZKM, Karlsruhe, artQ13, Rom, Visual Sounds, Köln, ICMC Ausstellung, Ljubljana, "NOMÁDES", Matik-Matik, Bogota, ISEA2010 RUHR Ausstellung, Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund, "Cartes Flux Festival 2010“, The WeeGee Exhibition Centre, Espoo, Finnland, "Poland Street Underground“, Polish Cultural Institute, London, "SONIC SELF“, Chelsea Art Museum, New York, "Second Art“, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, “dorkbot NYC”, Location One, New York, Biennale of Video & New Media Santiago, Santiago de Chile ,“Klangraum-Raumklang”, Aspekte internationaler Klangkunst, Köln Natalie Bewernitz studierte Freie Kunst/Neue künstlerische Medien an der HBK Saar und schloss anschließend ein Postgraduiertenstudium an der Kunstjochschule der Medien Köln mit Diplom ab.

Marek Goldowski studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhruniversität Bochum und hatte ein Engagement am Schauspielhaus Bochum als Komponist und Musiker für Theatermusik bevor er an der Kunsthochschule für Medien Köln, Fächergruppe Medienkunst studierte und diplomierte.

www.bewernitzgoldowski.com

Le son, la lumière et les phénomènes optiques de l‘air, 2017, mehrteilige Klanginstallation, Plexiglasbögen, Körperschall

Die Basis der Klanginstallation Le son, la lumière et les phénomènes optiques de l‘air sind vier selbsttragende Bögen aus verspiegelten Acrylglasplatten mit einem Radius von ca. 1,2 Metern und einem Halbkreisumfang von ca. 2,4 Metern. Die Spiegelseite ist nach außen gerichtet und reflektiert die Umgebung in Form eines Halbkreises. Die Klangobjekte sind auf den freien Flächen des ehemaligen Klosterhofes platziert. Wichtig ist die Korrespondenz zwischen den Objekten, den Grabmalen und der vorhandenen Natur, die ein Auflösen bzw. des Verschmelzens mit dem Ort zu ermöglicht.

Die Welten scheinen sich zu mischen, die Grenze zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden sich aufzulösen. Korrespondierend dazu lässt uns die Komposition aus Umgebungsgeräusch und elektroakustischen Instrumenten in einem Klangfeld die Umgebung neu hören. Le son, la lumière et les phénomènes optiques de l‘air steht wie ein Echo den Ausstellungen „… und es werde Licht“ und „Im Aufbruch“ zur Seite.

Klang | Kunst | Schule

Termine

Führungen

Für klangstaetten | stadtklaenge 2017 erweitert sich seit einem Jahr kontinuierlich das schon erprobte und vielfältige Vermittlungsangebot des Allgemeinen Konsumvereins an alle Interessierte, an Schulklassen, Lehrkräfte und Vermittler_innen durch Angebote von Workshops, Schulungen, Vorträge und speziellen Führungen.

Klang | Kunst | Schule erfährt eine besondere Intensität:
„Es gibt immer etwas zu hören!“ - „Ich liebe es, wenn es raschelt!“ Wenn junge Lernende ihr Gehör bewusst nutzen und sich intensiv mit Klang beschäftigen, eröffnet sich ihnen eine neue Welt. Sie werden zu aktiven Zuhörern, Sammlerinnen, Archivaren und Erfinderinnen. Klang und Geräusche befähigen sie zum Perspektivwechsel vom Weg- und Überhören zum bewussten Hin-Hören, zum Anders-Hören-Lernen. Dieses Neu-Hören erbringt ein neues Gefühl von sich in der Welt, von sich genau an diesem Ort:
Den Klassenraum als Klangraum begreifen, den Klang der Schritte der Anderen kennen, die eigenen Geräusche merken, die Orte durch ihre Geräusche bestimmen, Atmosphären wahrnehmen und Hörerfahrungen als angenehm, betörend oder Nerv-tötend beschreiben, Materialien auf ihre Klangqualität prüfen – kurz: zu beginnen, mit den Ohren zu denken.

Die Kooperation mit der Realschule Sidonienstraße

An der Grundschule St. Joseph:

Klang Kunst Führungen für Schulklassen

Workshop mit Kurator_in und Klangkünstler_innen: 24.09.2017 |
15.00 Uhr
kostenfrei | Anmeldung erforderlich | 0176 – 80142728

Kunst-Schreiben – Workshop mit Jaqueline Krone: 27.09.2017 | 17.00 Uhr
kostenfrei | Anmeldung erforderlich
unter vermittlung@konsumverein.de oder telefonisch unter: 0176 – 80142728

Blitzausstellung klang | kunst | schule: 28.09.2017 | 16.00 Uhr
Klangobjekte, Prozesse, gesammelte Klänge aus dem Schulprojekt Realschule Sidonienstraße
Finissage  am 08.10.2017 | 11.30 Uhr auf dem Kreuz-Friedhof, Freisestraße mit dem Countertenor Daniel Gloger.
Wie kaum ein anderer inspiriert Daniel Gloger Komponist_innen und Bildende Künstler_innen zur Auseinandersetzung mit der Stimme.

Öffentliche Sonntagsführung 
10.09. | 17.09. | 24.09. | 01.10. | 08.10.2017
jeweils um 11.00 Uhr ab Allgemeiner Konsumverein circa 2 Stunden | kostenfrei | ohne Anmeldung

Individuelle Führungen  
Führungen für bis zu 15 Personen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, 3,50 € pro Person, mind. 35,00 €
Anmeldungen und Buchungen:
vermittlung@konsumverein.de |
0176 – 80142728

Performative Führung katrinem
14.9. |15 Uhr
15.9. |11 Uhr, 18 Uhr
29.9. |11 Uhr, 16 Uhr
30.9. |11 Uhr, 16 Uhr
1.10. |11 Uhr, 15 Uhr
7.10. |15 Uhr, 19 Uhr
8.10. |12 Uhr
Startpunkt: Allgemeiner Konsumverein, Hinter Liebfrauen 2.
Dauer ca. 1 Stunde. Maximale Teilnehmerzahl 10 Personen.
Für Gruppen ab 5 Personen können Sondertermine vereinbart werden.
Kosten: 5 € pro Person, min. 50 €.

Abendführung
immer Freitag, Samstag und Mittwoch um 19.00 Uhr, Ausgangspunkt ist der Kreuzfriedhof, Freisestraße 26a.
Ohne Anmeldung, Taschenlampen und gutes Schuhwerk sind notwendig, 4,50 Euro pro Person, Dauer circa 90 Minuten.

Anmeldungen und Buchungen:
vermittlung@konsumverein.de |
0176 – 80142728

Impulse, Workshops und Führungen für Schulklassen, 2,00 € pro Person
Anmeldungen und Buchungen:
vermittlung@konsumverein.de |
0176 – 80142728

s

Projekttelefon: 0176 80142728 | info@klangstaetten.de
Allgemeiner Konsumverein e. V. | Hinter Liebfrauen 2 | 38100 Braunschweig

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